Konferenzen

7th European Communication Conference (ECC)

Veranstalter: ECREA, Università della Svizzera italiana
Veranstaltungsort: Lugano, Schweiz (USI Università della Svizzera italiana)
Zeitraum: 31.10.2018 – 03.11.2018
Thema: Centres and Peripheries: Communication, Research, Translation
Links:
http://www.ecrea2018lugano.eu/
http://www.ecrea2018lugano.eu/call-for-papers/

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Konferenzen

Third International Conference on Communication & Media Studies

Veranstalter: University of California, Berkeley
Veranstaltungsort: Berkeley, USA
Zeitraum: 18.10.2018 – 19.10.2018
Thema: Alt-Media – The Shifting Tide of Political Communication
Links:
http://oncommunicationmedia.com/2018-conference
http://oncommunicationmedia.com/2018-conference/call-for-papers

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Allgemein

Angebots- und Publikumsfragmentierung online

In Politik, Wirtschaft und Wissenschaft werden die Chancen und Gefahren einer Fragmentierung des Medienangebots und dessen Publikum intensiv diskutiert. Den zahlreichen Hoffnungen und Befürchtungen, die mit dieser Veränderung verbunden werden, steht eine eher magere empirische Befundlage gegenüber. In dem Forschungsvorhaben verfolgen zwei ineinander verzahnte Promotionen das Ziel, aus medienökonomischer und sozialwissenschaftlicher Perspektive den derzeitigen Stand und den Verlauf der Fragmentierung online zu ermitteln und zu erklären. In der publikumszentrierten Dissertation werden die Verläufe und Determinanten der Publikumsfragmentierung bestimmt. Dazu werden die Daten der umfassendsten Reichweitenerhebung online in Deutschland, die MA Internet, aufbereitet und für die wissenschaftliche Nutzung zur Verfügung gestellt. In der angebotszentrierten Dissertation wird die Fragmentierung des Medienangebots analysiert und auf ihre Markteffekte hin untersucht. Hierbei geht es insbesondere um den Einfluss neuer Werbeformen online sowie der Vermeidung von Werbung auf Fragmentierung und einer möglichen Konsolidierung des Medienmarktes online. In einem dritten Schritt werden die Befunde beider Dissertationen zu einem interdisziplinär gewonnenen Gesamtbild der Fragmentierungsprozesse online in Deutschland zu einer zuschauzentrierten Perspektive zusammengeführt. Daraus kann der Stand der Fragmentierung bestimmt werden und es können darauf aufbauend politische Gestaltungsoptionen für eine Stärkung der Demokratie abgeleitet werden. Beide Arbeiten basieren dabei auf den zu erschließenden Datensätzen der MA Internet.

Detailierte Informationen zum Projekt und zu den Projektbeteiligten

Allgemein

Inzivilität in der politischen Online-Kommunikation: Typen, Ursachen, Wirkungen und Interventionen

Projektbeschreibung

Ansatzpunkt des Vorhabens ist, dass die Potentiale der Online-Kommunikation sehr unterschiedlich genutzt werden – auch in inziviler Weise. Darunter soll ein Verhalten verstanden werden, das intentional gegen grundlegende kommunikative Normen der bürgerschaftlichen Auseinandersetzung verstößt, wie beispielsweise Pöbelei und Be­drohung. Inzivile Kommunikation scheint in Online-Kontexten verstärkt aufzutreten und erweist sich in vielen Kontexten als drängendes Problem – in der Bürgerbeteili­gung, bei öffentlichen Debatten oder bei Diskussionen in politischen Organisationen. Es müssen Wege gefunden werden, um angemessen zu intervenieren, und zwar durch graduell abgestufte und unterschiedlich ausgeprägte Formen der Bewältigung.
Die Leitfrage lautet somit: Wie kann Inzivilität in politischen Diskussionen erkannt, erklärt und bewältigt werden?
Das Verständnis von Inzivilität sollte sich nicht auf schlechte Manieren beschrän­ken, das von Zivilität nicht auf Höflichkeit. Wenn man Zivilität anspruchsvoller be­greift als angemessener Umgang mit Unterschiedlichkeit in bürgerschaftlichen Ausei­nandersetzungen, dann ist Inzivilität der unangemessene Umgang mit Differenz zwi­schen Personen und Positionen, der Kommunikation behindert statt voranbringt. Dies betrifft vor allem den wechselseitigen Respekt der Teilnehmer. Inhaltlich bedeu­tet Zi­vilität, dass Beiträge für das jeweilige Thema relevant sind, Positionen begrün­det und verschiedene Perspektiven akzeptiert werden. In prozessualer Hinsicht bedeutet dies Dialog statt Monolog. Übergreifendes Ziel ist ein forschungsbasiertes Instrumenta­rium, um „robuste Zivili­tät“ (T.G. Ash) wahrscheinlicher zu machen, also eine bürger­schaftliche Kommunika­tion, die Unterschiede aushält. Dieses Instrumentarium soll kontextspezifisch für Ver­antwortliche zur Verfügung stehen. Es zielt weniger auf staatlich-regulative Maßnah­men gegen hate speech oder fake news, sondern auf zivilgesellschaftliche Maßnah­men, etwa Regeln und Instrumente für Community Managerinnen von Plattformen, Redakteure oder PR-Expertinnen.
Daraus ergeben sich vier Untersuchungsschritte, mit denen ein Bogen von der Er­kennung von Inzivilität bis hin zu Intervention gespannt werden kann. (1) Inzivile In­halte und Formen sollen differenziert erkannt und systematisiert werden. Dafür müssen Merkmale von Inzivilität definiert und Typen von Inzivilität gebildet werden. Die Typenbildung erfolgt theoretisch-deduktiv und wird empirisch geprüft, indem ana­lysiert wird, was Beteiligte als inzivil beurteilen. Die Typologie soll die automatische Erkennung mit computationalen Methoden ermöglichen. Umgekehrt erlaubt der Auto­matisierungsprozess, die Typologie zu überprüfen. (2) Inzivilität soll schlüssig erklärt werden: Welche kognitiven, emotionalen, motivationalen und konativen Faktoren hängen mit Inzivilität zusammen? Was zeichnet die kommunikativen Situationen aus, in denen inzivile Beiträge platziert werden? Dies betrifft vor allem die kommunikative Dynamik, aus der heraus Inzivilität zu- oder abnimmt. (3) Inzivilität soll auf ihre Wir­kung hin untersucht werden: Wie nehmen Beteiligte die Urheber von Inzivilität wahr? Wie verändern sich Einstellungen zum jeweiligen Problem und zur Diskussion? Und führt die Beobachtung von Inzivilität zu inzivilem Verhalten? (4) Der Inzivilität soll be­gegnet werden: Es sollen Wege der Bewältigung entwickelt und auf ihre Wirksamkeit hin getestet werden. Dabei kommen technische, regulative und kommunikative Opti­onen für Intervention zum Einsatz. In dem Vorhaben werden komplementäre fachli­che Expertisen der Principal In­vesti­gators kombiniert: Nicole Krämer ermöglicht eine Promotion in Psychologie (Schritt 2 und 3; Arbeitstitel: Psychologische Mechanismen der Ursachen und Wir­kungen von inzivilem Verhalten), Gerhard Vowe ermöglicht eine Promotion in Kom­munikations­wissenschaft (Schritt 1 und 4; Arbeitstitel: Wie kann Zivilität in bürger­schaftlichen De­batten gefördert und Inzivilität gehemmt wer­den?). Die Promovieren­den sollen bei je­dem Schritt eng zusammenarbeiten und je zwei Publikationen mit den BetreuerInnen sowie zwei gemeinsame Publikationen ohne BetreuerInnen ver­fassen und so eine kumulative Promotion anstreben.
Die Viererkette der Untersuchungsschritte von Erkennen bis Bewältigen soll in unter­schiedlichen politisch-kommunikativen Kontexten untersucht werden, und zwar in journalistischen Foren (Kommentarspalten zu journalistischen Beiträgen), in der Bür­gerbeteiligung an kommunalen Entscheidungsprozessen (Budget- oder Verkehrspla­nung), in problemspezifischen Foren (z.B. zu Impfung oder Klimawandel) und in Fo­ren politischer Organisationen (z.B. Parteien oder NGOs). Dabei wird jeweils mit Praxispartnern kooperiert. In einem erweiterten multimethodischen Ansatz werden normative, theoretische, empirische, praktische und technische Zugriffe auf das Thema verknüpft. So folgen aus der empirischen Untersuchung Vorgaben für die Intervention, deren Wirkung wiederum empirisch getestet wird. Insgesamt ergibt sich auf diese Weise eine Spirale aus Erkenntnis und Realisierung. Als empirische Me­thoden kommen Inhaltsana­lyse, Befragungen, Experimente und Simulationen zum Einsatz. So können in Online-Experimenten die Parameter für das Erkennen von In­zivilität variiert werden; in Simulationen kann geprüft werden, wie Grade von Inzivilität den weiteren Diskussi­onsverlauf bestimmen. Die automatisierte Erkennung dient als Test für das Ver­ständnis der Zusammenhänge. Auf diese Weise kann ein dichter Begriff von Inzivilität entwickelt werden, der dann durch Skalenentwicklung evaluiert wird: Was sind aus unterschiedlichen Perspektiven schwer- und was sind leichtwie­gende Normverstöße? Wie unterscheiden sich dabei die Gruppen von Nutzenden?
Das Vorhaben erfüllt die programmati­schen Intentionen des Graduiertenkollegs „Digitale Gesellschaft“. Denn mit den Promotionen wird dazu beigetragen, den digitalen Wandel so zu gestalten, dass de­mokratische Debatten ge­stärkt werden. Inzivilität in der politischen Auseinandersetzung verhin­dert nicht nur sachlichen Diskurs und verstärkt radikale Einstellungen, sondern be­wirkt auch, dass potenziell Beitragende abgehalten wer­den, sich an Dis­kussionen zu beteiligen. Eine Einschränkung von Inzivili­tät trägt folglich dazu bei, dass sich mehr Personen am politischen Diskurs beteiligen. Insofern adressiert das Vorhaben vor allem vier in der Ausschreibung genannte As­pekte: a) Demokratie im digitalen Umfeld, d) Digitale Werteordnung; Freiheit der Menschen und Regeln des digitalen Zusammenlebens, g) Privatheit, Öffentlichkeit und digitale Diskurskultur; Verhalten im Netz; Wirkungen und Gestaltungsperspekti­ven, i) Medienkompetenz.

 

Promotionsprojekte

Die Promotionsprojekte widmen sich mit komplementären Ansätzen der gemeinsamen Frage „Wie kann Inzivilität in politischen Diskussionen erkannt, erklärt und bewältigt werden?“. Methodisch werden dabei einerseits kommunikationswissenschaftliche Traditionen genutzt (theore­tisch-deduktive Systematisierung von Inzivilität) und kommunikationspraktische An­sätze verfolgt (Expertise bei der Erprobung von Intervention). Andererseits kommen psychologische Rezeptions- und Wirkungsansätze zum Tragen, die in experimental-psychologischen Studien überprüft werden, um die Mechanismen der Entstehung und Wirkung von Inzivilität zu verstehen. Hinzu kommt Expertise, um psychologische Methoden mit computationalem Vorgehen der Infor­matik zu verbinden.
Kommunikationswissenschaftliche Promotion von Marike Bormann
Arbeitstitel: „Wie kann Zivilität in bürger­schaftlichen De­batten gefördert und Inzivilität gehemmt wer­den?“
Die kommunikationswissenschaftliche Pro­motion untersucht, welche Typen von inzivilem Verhalten unterschieden werden kön­nen und mit welchen Maßnahmen Journalisten, Forumsmanagerinnen oder auch Be­teiligte ziviles Verhalten fördern und inziviles Verhalten wirksam bekämpfen können. Der methodische Schwerpunkt liegt auf der Erkennung und Systematisierung von inzivilen Inhalten und Formen. Die Typenbildung erfolgt theoretisch-deduktiv sowie durch Inhaltsanalysen und wird empirisch geprüft, indem ana­lysiert wird, was Beteiligte als inzivil beurteilen. Die Typologie soll die automatische Erkennung mit computationalen Methoden ermöglichen. Umgekehrt erlaubt der Auto­matisierungsprozess, die Typologie zu überprüfen. Weiterhin sollen Wege der Bewältigung entwickelt und auf ihre Wirksamkeit hin getestet werden. Dabei kommen technische, regulative und kommunikative Opti­onen für Intervention zum Einsatz, die in empirischen Studien auf ihre Wirksamkeit geprüft werden.
Medienpsychologische Promotion von Jan-Philipp Kluck
Arbeitstitel: „Psychologische Mechanismen der Ursachen und Wir­kungen von inzivilem Verhalten“
Die medienpsychologische Promotion untersucht, durch welche Motive das inzivile Verhalten erklärt werden kann und welche Auswirkungen es auf die Beteiligten hat. Zur Erklärung von inzivilem Verhalten soll analysiert werden, welche kognitiven, emotionalen, motivationalen und konativen Faktoren mit Inzivilität zusammen hängen und was die kommunikativen Situationen auszeichnet, in denen inzivile Beiträge platziert werden. Zusätzlich soll Inzivilität auf ihre Wir­kung hin untersucht werden: Wie nehmen Beteiligte die Urheber von Inzivilität wahr? Wie verändern sich Einstellungen zum jeweiligen Problem und zur Diskussion? Und führt die Beobachtung von Inzivilität zu inzivilem Verhalten? Zur Klärung beider Fragenkomplexe kommen vor allem experimentalpsychologische Studien, aber auch Inhaltsanalysen zum Einsatz.

 

Beteiligte

Prof. Dr. Nicole Krämer
Nicole Krämer ist seit 2007 Professorin für „Sozialpsychologie – Medien und Kommunikation“ kürzlich erweitert um „unter Einschluss von Genderperspektiven im Umgang mit neuen Technologien“. Nach Studium (1992-1997) und Promotion (1998-2001) an der Universität zu Köln verbrachte sie das akademische Jahr 2003/2004 an der Cambridge University, GB. Im Jahr 2006 erwarb sie an der Universität zu Köln die venia legendi für Psychologie. Sie leitet zahlreiche Drittmittelprojekte unterschiedlicher Förderer (DFG, BMBF, EU, Mercur Stiftung) in den Bereichen Mensch-Computer-Interaktion und Computervermittelte Kommunikation und ist Co-Sprecherin des DFG Graduiertenkollegs „User Centred Social Media“. Seit 2007 hat sie insgesamt 14 Promotionen erfolgreich betreut.


Prof. Dr. Gerhard Vowe

Gerhard Vowe ist seit 2004 Professor für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der HHU Universität Düsseldorf. Nach Studium (1971-1978) und Promotion (1979-1984) an der FU Berlin war er bis 1987 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Darmstadt tätig. Bis 1990 war er verantwortlich für die Durchführung des Projekts Recherchefeld Wissenschaft und bis 1997 Geschäftsführer des Studiengangs Journalisten-Weiterbildung an der FU Berlin. Im Jahr 1992 erwarb er an der TU Darmstadt die venia legendi für Politikwissenschaft. 1992 war er Gastwissenschaftler am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln, 1993 Vertretungsprofessor für Politikwissenschaft an der Hochschule der Künste Berlin und 1994 für Kommunikationswissenschaft an der TU Dresden. Von 1997 bis 2004 war er Professor für Politik und Medien an der TU Ilmenau. Er leitete zahlreiche Drittmittelprojekte (DFG, BMBF) zu Themen der Politischen Kommunikation, Online-Kommunikation und Sicherheitsforschung. Er ist seit 2011 Sprecher der DFG Forschergruppe 1381 „Politische Kommunikation in der Online-Welt“. In den letzten fünf Jahren hat er sieben Promotionen als Erstgutachter betreut.


Jan-Philipp Kluck

Geboren am 19. Juni 1986 in Duisburg. Nach dem Abitur 2005 studierte Herr Kluck zunächst Soziologie und dann das Angewandte Kognitions- und Medienwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen (Abschluss mit dem Bachelor of Science 2015 mit der Note: 2,5; Bachelorarbeit zum Thema: „Aufmerksamkeit macht den Unterschied: Der Einfluss des Attentional Bias auf die Entwicklung einer Internetsexsucht“, Note: 2,0). Seit 2015 Student im Masterstudiengang Angewandte Kognitions- und Medienwissenschaft mit der Vertiefungsrichtung Psychologie (Notendurchschnitt 1,4). Seit 2017 Arbeit als studentische und wissenschaftliche Hilfskraft im Team Sozialpsychologie – Medien und Kommunikation. Die Ergebnisse eines von ihm maßgeblich bearbeiteten studentischen Forschungsprojektes hat er gemeinsam mit Kommilitonen zur Publikation vorbereitet (siehe unten). Aktuell finalisiert er die Masterarbeit zum Thema „Fake News“.


Marike Bormann

Geboren am 02.07.1991 in Burgwedel. Nach dem Abitur 2010 (Note: 1,7) Bachelorstudium Sozialwissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Abschluss 2014 mit dem Bachelor of Arts (Note: 1,4; Bachelorarbeit zum Thema: Generation Facebook und Marketing 2.0 – Chancen und Risiken der viralen Kommunikation für das Hochschulmarketing). 2012 bis 2013 Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Kommunikations- und Medienwissenschaft III (Christiane Eilders) der HHU Düsseldorf. Mitarbeit an einem Forschungsprojekt zur Nutzung von Online-Medien und Wahrnehmung öffentlicher Meinung. 2014 Aufnahme des Masterstudiums Kommunikationsmanagement an der Hochschule Hannover. Abschluss 2017 mit dem Master of Arts. (Note: 1,2; Masterarbeit zum Thema: Der Einfluss medialer Kommunikation auf fremdenfeindliche Einstellungen. Eine Analyse von Framing-Effekten auf der Basis eines Online-Experiments). Auslandspraktikum in Singapur. Von 2015 bis 2017 Werkstudentin im Bereich Political Affairs / Standards and Regulations bei der Continental Reifen Deutschland GmbH: Begleitung und Durchführung von Projekten in politischer Kommunikation und Regulierungsbeobachtung sowie Koordination der internen Medien. Seit 2017 Studentische Hilfskraft an der Hochschule Hannover, Fakultät III – Medien, Information und Design zur Unterstützung bei einem Forschungsprojekt im Bereich Hörfunk.

Allgemein

Maschinelle Entscheidungsunterstützung In wohlfahrtsstaatlichen Institutionen: Nutzungsoptionen, Implikationen und Regulierungsbedarfe (MAEWIN)

Projektbeschreibung

Ausgangssituation
Aufgrund rasanter technischer Fortschritte in den Feldern maschinellen Lernens, künstlicher Intelligenz (KI) und Big Data Analytics halten diese Technologien in immer mehr Bereichen unserer Gesellschaft Einzug. Auch in Anwendungskontexten, die komplexe Bewertungs- und Entscheidungssituationen umfassen, entsteht damit die Möglichkeit, menschliches Entscheiden durch maschinelle Verfahren zu ersetzen. Umgesetzt wird dies etwa in Predictive Analytics (z.B. Predictive Policing) oder bei Scorings zur Bewertung von Kreditwürdigkeit. Regeln zur Kreditvergabe werden hier auf Basis umfassender digitaler Profile, die u.a. auch die private Nutzung von Social Media umfassen, musterbasiert ex post festgelegt und sind damit für die Betroffenen nicht antizipierbar. Dies führt zum Verlust von Transparenz über Prozess und Kriterien für die Entscheidungsfindung.
Während das in privatwirtschaftlichen Anwendungsbereichen bereits problematisch ist, werden im Kontext (wohlfahrts-)staatlichen Handelns bzw. Entscheidens gegenüber Bürger*innen hierdurch demokratische Grundwerte gefährdet – insbesondere dann, wenn Entscheidungen nicht durch gesetzliche Vorgaben, klare Verfahrensregeln, formale Leistungsvoraussetzungen etc. determiniert sind, sondern eine fachliche Bewertung durch Fachkräfte erfordern, die Spielräume für professionelles Ermessen lässt. Besonderes Gewicht erfährt diese Problematik, wenn Entscheidungen folgenreich für die Lebensführung der Bürger*innen sind. Dies trifft regelmäßig für den Bereich wohlfahrtsstaatlicher Institutionen und Sozialer Dienste zu.
Gleichwohl weisen die neuen technischen Verfahren aber auch Vorteile gegenüber herkömmlichen Vorgehensweisen auf. So können sie bislang (statistisch/maschinell) nicht auswertbare Datensätze erschließen und damit die Evidenzbasierung und Qualität von Entscheidungen erhöhen, indem sie ein erweitertes Wissen über den Verlauf und die Ergebnisse von Hilfen in Sozialen Diensten verfügbar machen und damit gleichzeitig etwa auch neue Formen von Wirkungsnachweisen ermöglichen, wie sie gesellschaftlich und politisch zunehmend eingefordert werden.
Damit stellt sich die Frage, wie im Kontext wohlfahrtsstaatlicher Institutionen zukünftig die Potentiale maschineller Entscheidungsunterstützung genutzt werden können, um die Wissensbasis für Entscheidungen und Wirkungsnachweise zu erhöhen, ohne dabei demokratische Prinzipien, Datenschutz und Privatheit zu gefährden.

 

Zielsetzung und Fragestellungen

MAEWIN hat zum Ziel, die Chancen und Risiken automatisierter Verfahren zur Text- und Datenanalyse für die Generierung evidenz-gestützter Handlungsempfehlungen für das Feld Sozialer Dienste prototypisch zu explorieren. Damit bewegt sich das Vorhaben im Spannungsfeld zwischen dem aktuell vorherrschenden „Big-Data“-Paradigma, das auf der Grundlage groß angelegter Datenanalyse mit Verfahren des maschinellen Lernens intransparente Präferenzen und Korrelationen ermittelt, und verbrieften Ansprüchen der Bürger*innen an transparente und verlässliche sozialstaatliche Institutionen in einer demokratisch verfassten Gesellschaft. Ein Schwerpunkt liegt daher neben der ontologisch fundierten Textanalyse auf dem Einsatz von Methoden aus der Argumentationstechnologie zur Rationalisierung und Kontextualisierung von Handlungsempfehlungen. Wo reine „Big-Data“-Verfahren zu einer Entmündigung der Entscheider*innen und damit in letzter Konsequenz einer Auslieferung der Bürger*innen an undurchsichtige Verfahren der Informationstechnologie führen, soll hier ein Beitrag zur Erhöhung der Entscheidungsqualität bei gleichzeitiger vollständiger Transparenz und Verlässlichkeit des Verfahrens ermöglicht werden.
Eine wichtige hierbei zu klärende Frage ist, wie sich eine maschinelle Wissensverarbeitung in fachlichen Entscheidungspraxen etablieren lässt. Dabei sind als Ziele einer Etablierung konkrete Werte vorgegeben: Einerseits soll die Wissensbasis und Qualität der Entscheidungsfindung erhöht, andererseits mit einem maschinellen System zur Entscheidungsunterstützung eine Transparenz hinsichtlich der Entscheidungsregeln und -verfahren gegenüber (betroffenen) Bürger*innen gesichert werden. Somit besteht die Herausforderung, Technikgestaltung auf der einen Seite (durch die Entwicklung eines prototypischen Systems zur Entscheidungsfindung) mit einer Technikfolgenabschätzung auf der anderen Seite (durch ELSI-Forschung und Fragen der Etablierung dieses Systems) zu verbinden. Um innerhalb dieses Spannungsverhältnisses nicht im Collingridge-Dilemma zu verharren, sind beginnend Ziel und Zweck der Technik zu diskutieren und zu definieren, um im weiteren Verlauf die gesellschaftliche Wahrnehmung zu schärfen, damit diese bei der konkreten Ausgestaltung des Systems Berücksichtigung findet.
Aus sozial- bzw. geisteswissenschaftlicher Perspektive werden mit dem Projektvorhaben mehrere Fragen tangiert: Zunächst greift die Frage der (erfolgreichen) Etablierung der Technik in die fachliche Entscheidungspraxis die Debatte um Handlungsträgerschaften von Technik auf. In einer hybriden Lebenswelt begegnen sich Mensch und Technik seit Längerem, wobei die Handlungsträgerschaften insbesondere bei denjenigen Anwendungen der Big-Data-Technologien fließend zu werden scheinen, wo diese Technologien autonome Entscheidungen treffen sollen. Dies stellt insofern eine Herausforderung dar, da Entscheidungen selbst mit Verantwortung verbunden sind. Obgleich die Frage der Agency für die Big-Data-Technologien zu Projektbeginn nicht hinreichend geklärt ist, scheint es dennoch sinnvoll, für den Ausgangspunkt dieser Analyse zunächst eine pragmatische Herangehensweise zu wählen: nicht die „Wesensfrage“ von Algorithmen per se muss geklärt werden, sondern vielmehr die Fragen, welcher Umgang mit den Big-Data-Technologien für wohlfahrtsstaatliche Institutionen unter welchen Umständen sinnvoll erscheint, ob und wie diese gestaltbar sind und worin möglicherweise eine gewisse Eigendynamik gründet, die es im weiteren Verlauf der Anwendungsfragen zu berücksichtigen gilt.
Darüber hinaus soll die Frage der Transparenz für die Entscheidungsfindung aufgegriffen werden. Entscheidungen bezüglich der sozialen Teilhabe, wie sie z.B. im Rahmen der Teilhabeplanung in der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen beim Kooperationspartner Bethel getroffen werden, sind in Verwaltungsprozesse eingebunden, welche wiederum den Anforderungen der Transparenz und Nachvollziehbarkeit genügen müssen (Prozesstransparenz). Je komplexer und weitreichender die Entscheidungen sind, die getroffen werden, desto höher sollte die Prozesstransparenz ausfallen (um bspw. eine Akzeptanz und Legitimation der Entscheidung herbeiführen bzw. begründen zu können). Es stellt sich dabei jedoch die Frage, welche Form der Transparenz von wem erwartet wird, welche Auskunft diese für die Nutzenden liefert und welche Informationen hierfür benötigt werden.
Da schlussendlich möglichst auch die Etablierung des maschinellen Systems der Entscheidungsfindung analysiert werden soll, gilt es auch zu klären, wie die Nutzer*innen diesem gegenüberstehen. Hierbei scheint es wesentlich darauf anzukommen, in welchen Situationen das System eingesetzt werden soll: Einerseits besteht die Annahme, dass ein System der maschinellen Entscheidungsfindung durch die in ihm integrierten Regeln und Verfahren in der Lage sein könnte, objektive und unparteiische Entscheidungen zu treffen. Subjektivität und sogenannte weichere Faktoren der Entscheidungsfindung (wie geschlechts- oder diversitätsbezogene Faktoren) könnten durch das System möglicherweise ausgeschlossen oder auf ein Minimum begrenzt werden. Es kann für die von der Entscheidung betroffenen Personen ein Vorteil darstellen, wenn ihre Situation durch technische Hilfsmittel weitestgehend objektiv, unparteiisch und vorurteilsfrei bewertet wird. Dem steht gegenüber, dass die Algorithmen selbst nicht frei von Vorurteilen sind, sondern diese durchaus befördern und/oder verstärken können, bspw. wenn die neuronalen Netzwerke zuvor mit entsprechenden Trainingsdaten trainiert wurden. Andererseits sind durchaus Situationen vorstellbar, in welchem die Erfahrung des Mitgefühls und die Einfühlung in die Situation der Lage der Betroffenen eine richtungsweisende Komponente in der Entscheidungsfindung sein kann.
Die Idee, dass Menschen oder Maschinen per se die besseren Entscheiderinnen sind, ist demnach von vornerein zu hinterfragen. Stattdessen stellen sich folgende Fragen: Welche Bedeutung wird den weicheren Faktoren bei einem maschinellen System der Entscheidungsfindung zugeschrieben? Kann oder sollte der vom Gesetzgeber als Ermessensspielraum benannte Handlungsraum in einem System zur maschinellen Entscheidungsfindung ebenfalls abgebildet werden? Oder anders gefragt: Was macht ein gerechte(re)s Urteil aus, das durch das System abgebildet werden soll? In welchen Situationen wird eine maschinell-unterstützte Handlungsempfehlung als sinnvoll erachtet und warum?

Vorgehensweise

Die angestrebten Ziele sind nur zu erreichen in der Zusammenführung der hierfür erforderlichen sozialwissenschaftlichen und informatischen Expertise in den beiden Promotionen des Projektes MAEWIN: Eine gemeinsame explorative Erkundung in unterschiedlichen Institutionen des Praxispartners (von Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel) dient der systematischen Analyse der jeweiligen Datenproduktion und Entscheidungsprozesse und aktueller und prinzipiell möglicher Bezüge zwischen beiden (z.B. bei Hilfeplanung, Diagnose- und Assessmentverfahren, Maßnahmeauswahl, Fall-Dokumentationen). Auf dieser Grundlage erfolgt die Auswahl von Anwendungsfeldern für eine vertiefende Analyse, in der die jeweils im Feld prozessproduzierten Daten kooperativ im Tandem für die Anwendung maschineller Bewertungsverfahren aufbereitet werden. Dabei werden im Unterschied zu herkömmlichen (statistischen) Verfahren auch unstrukturierte Daten, wie etwa Freitexteinträge aus Falldokumentationen, erschlossen. Hierzu werden zunächst kooperativ im Tandem Wissensstrukturen erzeugt, die das domänenspezifische Hintergrundwissen in Form von Entitäten und semantischen Relationen zwischen diesen abbilden und formalisieren (z.B. in Ontologien oder Wissensgraphen).
Anschließend werden die unstrukturierten Textdokumente mittels Verfahren der automatisierten Informationsextraktion verarbeitet, wobei eine Abbildung des Textinhalts auf die in der Ontologie spezifizierten Entitäten und Relationen erfolgt. Im Ergebnis liefert diese Vorgehensweise somit eine ontologie-basierte strukturierte Textrepräsentation, die die semantische Kerninformation der analysierten Texte sowohl für Entscheider*innen konzise zusammenfasst als auch für die maschinelle Weiterverarbeitung, beispielsweise die gezielte Suche nach ähnlich gelagerten Einzelfällen aus der Vergangenheit, zugänglich macht. Dabei können über die ebenfalls einbezogenen strukturierten Daten auch weitere, z.B. geschlechts- und diversitätsbezogene Faktoren sichtbar und so für eine fachliche Reflexion zugänglich gemacht werden.
In der Zusammenführung von feldbezogener und informatischer Expertise im Tandem werden darüber hinaus Szenarien für zukünftige mögliche Datenquellen und deren Nutzungsmöglichkeiten entwickelt. So ist möglicherweise der ergänzende Einsatz von Instrumenten zur objektiveren Erfassung von Outcomes erforderlich. Kern des Projektes ist dann auf technischer Seite die Entwicklung eines prototpischen Systems zur Entscheidungsunterstützung, das in der Lage ist, für einen vorliegenden Einzelfall mehrere Entscheidungsoptionen gegeneinander abzuwägen und mit Verfahren der Argumentationstechnologie für Entscheider*innen transparent und nachvollziehbar zu machen. Auf sozialwissenschaftlicher Seite geht es unter Einbeziehung professionstheoretischer, wissenssoziologischer, arbeitswissenschaftlicher, ethischer und rechtlicher Aspekte um die Untersuchung, wie auf der Grundlage der Ergebnisse dieser maschinellen Wissensverarbeitung eine Einbindung in den fachlichen Entscheidungspraxen möglich ist, welche die Wissensbasis und die Qualität der Entscheidungsfindung erhöht und gleichzeitig gegenüber den betroffenen Bürger*innen eine Transparenz bezüglich der Entscheidungsregeln und –verfahren herstellt, die deren demokratische Rechte sichert.

 

Vorarbeiten

Hierzu ist eine enge Verbindung von Kenntnissen auf dem Gebiet der automatisierten Verarbeitung natürlich-sprachlicher Texte (speziell der ontologie-basierten Informationsextraktion und der Argumentationstechnologie) mit einer sozialwissenschaftlichen Expertise bezogen auf das Feld wohlfahrtstaatlicher Institutionen erforderlich, die durch die beteiligten Principal Investigators eingebracht wird. Prof. Seelmeyer verfügt über entsprechende Feldkenntnisse und Zugänge zum Feld. Er hat sich seit Jahren forschend und entwickelnd mit Sozialen Diensten befasst (z.B. Jugendamt, Erziehungshilfen, Behindertenhilfe), Datenmodelle für Fachanwendungen entwickelt (z.B. Jugendmigrationsdienste oder Jugendsozialarbeit) und in Evaluationsprojekten prozessproduzierte Daten aus solchen Anwendungen (z.B. aus Arbeitsagenturen) analysiert. Er ist eng vertraut mit sozialpolitischen, fachlichen und ethischen Aspekten sowie gesetzlichen und administrativen Rahmenbedingungen wohlfahrtsstaatlicher Institutionen, die für eine differenzierte Analyse der demokratiebezogenen Risiken und Herausforderungen einer maschinellen Entscheidungsunterstützung erforderlich sind. Prof. Cimiano ist ein international ausgewiesener Experte in den Bereichen Semantic Web und Natural Language Processing. Seine Arbeitsschwerpunkte umfassen u.a. die Modellierung domänenspezifischen Wissens in Ontologien und Wissensgraphen, die Informationsextraktion aus unstrukturierten Texten mit Verfahren des maschinellen Lernens und die ontologie-basierte Interpretation natürlicher Sprache. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Leitung interdisziplinärer Forschungsprojekte, aktuell im BMBF-geförderten Projekt PSINK („Automatically Populating a Preclinical Spinal Cord Injury Knowledge Base to Support Clinical Translation“) und als Koordinator des DFG Schwerpunktprogramms „Robust Argumentation Machines“ (RATIO; SPP 1999).
Das Projekt MAEWIN baut schließlich auf bestehende Forschungskooperationen (u.a. im BMBF-Projekt KogniHome) mit den von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel auf, die einer der größten diakonischen Träger Europas mit einem breiten Angebot an sozialen Hilfen sind. Da sowohl von Kostenträgern, als auch Klienten*innen zunehmend Wirkungsnachweise eingefordert werden, besteht großes Interesse an den Ergebnissen des Projektes. Als Praxispartner stellen die von Bodelschwinghschenschen Stiftungen Bethel sowohl prozessproduzierte Daten aus Fachanwendungen für die Analyse zur Verfügung, als auch personelle Ressourcen für die Mitwirkung in Form von Interviews, Gruppendiskussionen o.ä. Dies trägt auch mit dazu bei, dass sowohl die Ontologiebildung als auch die Nutzung der Verfahren den fachlichen, (datenschutz-)rechtlichen, ethischen und auch handlungspraktischen Anforderungen des Arbeitsfeldes Rechnung tragen.

 

Promotionen im Projekt MAEWIN

Angelika Maier studierte im Bachelor Germanistik mit Texttechnologie als Nebenfach und im Master Linguistik mit dem Profil Computerlinguistik. In ihrer Masterarbeit untersuchte sie inkrementelle End-of-Turn Erkennung für Dialogsysteme. Seit Juli 2016 arbeitet sie, gefördert durch ein CITEC-Stipendium, als Doktorandin in der Semantic Computing Group. Sie untersucht die Extraktion von argumentativen Zusammenhängen aus natürlich-sprachlichen Texten. Im Tandem des MAEWIN Projekts wird sie verantwortlich sein für die Implementierung einer maschinellen Entscheidungsunterstützung. Dieses Empfehlungssystem soll insofern die Stärkung von Demokratie in wohlfahrtsstaatlichen Institutionen unterstützen, dass es a) relevante Informationen aus einer Datenbank von Dokumentationen bezieht. Dies sind historische Daten darüber, mit welchen Zielen und mit welchen Folgen ähnliche Entscheidungen in der Vergangenheit getroffen wurden. Außerdem soll es b) zur Transparenz des Entscheidungsprozesses beitragen. Transparent bedeutet, dass alle Beobachter die Entscheidung nachvollziehen können, auch wenn sie nicht immer mit der Entscheidung selbst einverstanden sind. Dies soll das Empfehlungssystem gewährleisten, indem es mögliche Pro- und Contra-Argumente im Zusammenhang mit einer Empfehlung aufzeigt.

Diana Schneider studierte zunächst Philosophie und Germanistik an der Universität Potsdam (B.A.). Anschließend war sie Studentin im interdisziplinären Studiengang Kultur und Technik mit Schwerpunkt Technik- und Technologieentwicklung im öffentlichen Diskurs an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. In ihrer Masterarbeit verband sie Honneths Anerkennungstheorie mit der Behandlung von chronischen, nicht spezifischen Rückenschmerzen und analysierte die (institutionellen) Anerkennungsstrukturen von Patientinnen und Patienten in ihrem Behandlungsumfeld. Von August 2015 bis Juli 2017 war sie als wissenschaftliche Hilfskraft im BMBF-Forschungsprojekt „PartNIPD: Partizipation in technisch-gesellschaftlichen Innovationsprozessen mit fragmentierter Verantwortung: das Beispiel nicht-invasive Pränataldiagnostik“ am Institut Mensch, Ethik und Wissenschaft in Berlin tätig. Im Tandem des MAEWIN-Projekts wird Diana Schneider für die sozialwissenschaftliche Expertise des interdisziplinären Projekts zuständig sein und sich u.a. mit Fragen der Agency von Big-Data-Technologien und dem Zusammenhang von Transparenz und Legitimität von Entscheidungen auseinandersetzen. Ziel der Auseinandersetzung wird es sein, eine Exploration bezüglich der Chancen und Risiken von maschinellen Entscheidungssituationen im Feld Sozialer Dienste zu erhalten sowie dort Regulierungsbedarfe zu erkennen, wo Grundwerte der Demokratie, des Datenschutzes und der Privatheit durch den Einsatz dieser maschinellen Entscheidungsunterstützungen gefährdet werden (könnten).

Beteiligte

Udo Seelmeyer
Professor für Sozialarbeitswissenschaft am Fachbereich Sozialwesen der FH Bielefeld

  • Seit 1.9.2017: Professor für Sozialarbeitswissenschaft an der FH Bielefeld
  • 2011 – 2017: Professor für Wissenschaft der Sozialen Arbeit, Schwerpunkt Sozialinformatik an der TH Köln
  • 2007 – 2008: Vertretung einer wissenschaftlichen Mitarbeiterstelle in der AG 8 Soziale Arbeit an der Fakultät für Erziehungswissenschaft, Universität Bielefeld
  • 2007 – 2008: Projektleitung Projekt ‚DiPro’ – Regionales Netzwerk Disziplin – Profession in der Sozialen Arbeit, AG 8, Fakultät für Erziehungswissenschaft, Universität Bielefeld
  • 2006 – 2007: EXIST-Seed-Förderung für WebAS.SD (Gründerstipendium): Projekt: Webbasierte Wissens- und Kooperationsplattform zur Anforderungsanalyse und Softwareauswahl für Soziale Dienste, Universität Bielefeld
  • 2005 – 2006: Projektkoordinator im Forschungs- und Entwicklungsprojekt ‚IDok – IT-gestützte Dokumentation in der Sozialen Arbeit’, AG 8, Fakultät für Erziehungswissenschaft, Universität Bielefeld
  • 2004 – 2005: Projekt „Theorie – Praxis – Pädagogik“ Evaluation und Konzeptionsentwicklung für ein Projektstudien-Modell der Fakultät für Pädagogik, AG 8, Fakultät für Erziehungswissenschaft, Universität Bielefeld

Prof. Dr. Philipp Cimiano

  • Since July 2015: Co-founder of the company Semalytix GmbH, a company specialized in semantic big data analytics
  • Since October 2009: Full Professor for Computer Science at the Faculty of Technology of Bielefeld University and Head of the Semantic Computing Group at the Cognitive Interaction Technology Excellence Center (CITEC)
  • November 2008 – September 2009: Assistant Professor at the Web Information Systems Group, Delft University of Technology, The Netherlands
  • October 2007 – March 2008: Substitute Professor at the Seminar für Computerlinguistik (Department of Computational Linguistics), Institut für Allgemeine und Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft, Universität Heidelberg
  • 2006 – October 2008: Postdoctoral researcher and project leader at the knowledge management group of Prof. Studer at the Institute for Applied Informatics and Formal Description Methods (AIFB), Universität Karlsruhe (TH), Germany
  • January 2003 – 2006: Research Assistant at the knowledge management group of Prof. Studer at the Institute for Applied Informatics and Formal Description Methods (AIFB), Universität Karlsruhe (TH), Germany

Angelika Maier

  • 10/2014 to 07/2015: Graduate assistant – Tutor, Bielefeld University
    Tutorial for the seminar introduction to programming (Python). Preparation and revision of exercises; Carrying out of the tutorial
  • 04/2014 to 10/2014: Graduate assistant, Bielefeld University ICSPACE projekt Dialogue System Group for applied computational linguistics and CITEC Annotation of speech data and gestures in Praat and Elan Processing and analysis of audio data and annotations with Python Assistence in experiments and pilot studies
  • 04/2014 to 08/2014: Graduate assistant, Bielefeld University DOBES (Documentation of Endangered Languages) project SavoSavo from the University of Manchester Construct the layout for a lexicon of the language SavoSavo using LaTex Automatic transformation of the lexicon entries from plain text to LaTex using Python
  • 10/2012 to 08/2014: Student assistant – Tutor, Bielefeld University Tutorial for the seminar introduction to literary studies (linguistic primary education)

Diana Schneider, M.A.

  • 07/2017 – 08/2015: Research Assistant in the project “PartNIPD: Participation in technical-social innovation processes with fragmented responsibility: for example non-invasive prenatal test” at the Institute Human, Ethic and Research (IMEW) in Berlin, sponsored by Federal Ministry of Education and Research by innovation and technical analysis programme, Occupation, inter alia: investigation and archiving, transcription of interviews, participation observation, and planning and organizing of conferences
  • 05/2017 – 04/2017: Internship at the Institute of Technology-Assessment (ITA) of the Austrian Academy of Research (ÖAW), Vienna Occupation: Draw up a process report about Genome Editing, and write an excerpt of Sunsteins »Laws of Fear. Beyond the Precautionary Principle« (2005)
  • 04/2015 – 02/2015: Internship at the Ruppiner Clinics, department Medical Clinic with main topic psychosomatics, Neuruppin, Occupation, inter alia: execution and preparation of special anamneses, diagnostic survey by psychoanalytically based projective procedures
  • 11/2010 – 10/2010: Research Assistant as tutor (lecturer for a seminar about time management) at the University Potsdam