Nachwuchsforschungsgruppe 5: Deliberative Diskussionen im Social Web. Verbesserung der Qualität und Wirkung öffentlich-politischer Anschlusskommunikation von Bürgerinnen und Bürgern durch Moderation und Aggregation (DEDIS)

Öffentlich-politische Anschlusskommunikation ist eine populäre Form der Online-Partizipation. Sie findet statt, wenn Bürgerinnen und Bürger politische Nachrichten im Social Web öffentlich diskutieren, zum Beispiel auf Facebook und in den Kommentarbereichen von Nachrichtenmedien. Zunehmend prägen aber nicht die demokratischen Potenziale das Bild der öffentlichen Diskussionen, sondern Hasskommentare, Falschinformationen, Niveaulosigkeiten. Statt positiver Wirkungen der Online-Diskussionen auf Meinungsbildung und Partizipation der Bürger sieht man demokratische Werte bedroht. Studien zeigen, dass das niedrige Niveau der Online-Diskussionen den sozialen Zusammenhalt gefährdet, politische Meinungen der Bürger polarisiert, stereotype Denkmuster fördert und Zugangshemmnisse aufbaut. Die Fragestellung des Forschungsvorhabens lautet deshalb: Wie können Qualität, Wirkung und Verwertbarkeit der öffentlich-politischen Anschlusskommunikation im Internet verbessert werden? Dies verweist auf den deliberativen Aspekt dieser Anschlusskommunikation, also auf ihr Potential, politisch relevante Streitfragen öffentlich und respektvoll zu erörtern.

Ziel des Forschungsprogramms ist es, neue Maßnahmen der Moderation und Aggregation von öffentlich-politischer Anschlusskommunikation zu untersuchen und sie für kommunikative Auseinandersetzungen in Form von computergestützten Systemen verfügbar zu machen. Diese Maßnahmen sollen die zivile Partizipation und Meinungsbildung von Bürgern verbessern und die öffentlichen Diskussionen für Medien und Politik besser verwertbar machen. Das Untersuchungsdesign sieht eine Kombination aus qualitativen und quantitativen Methoden sowie Computational Methods vor. Diese werden in interdisziplinärer Zusammenarbeit umgesetzt und in Praxiskooperationen.

Detailierte Informationen zum Projekt

 

Beteiligte

Marc Ziegele, Nachwuchsgruppenleiter

  • Ausbildung und akademische Grade:
  • Ab Februar 2018: Juniorprofessor für Politische Online-Kommunikation an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
  • März 2010 – Juli 2015: Johannes Gutenberg-Universität Mainz
    Promotion am Institut für Publizistik, Abschluss: Dr. phil., Titel der Dissertation: Der Diskussionswert von Online-Nachrichten. Eine Analyse der Anschlusskommunikation am Beispiel von Nutzerkommentaren auf Nachrichtenwebsites.
  • Oktober 2004 – November 2009: Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Diplomstudium Medienmanagement, Abschluss: Dipl.-Medienwirt
  • Berufliche Erfahrung:
  • Seit Juli 2015: Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Post-Doc) an der Professur für Kommunikations¬wissenschaft bei Univ.-Prof. Dr. Oliver Quiring
  • März 2013 – Dezember 2016: Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Publizistik, DFG-Projekt „Vom Nachrichtenwert zum Diskussionswert“
  • März 2010 – Juli 2015: Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Prä-Doc) an der Professur für Kommunikations¬wissenschaft bei Univ.-Prof. Dr. Oliver Quiring
    November 2007 – März 2010: Südwestrundfunk (SWR) Mainz, Online-Redakteur in der Internetredaktion von SWR1 Rheinland-Pfalz
  • April 2008 – August 2008: Verlagsgruppe Rhein-Main / Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Projektmitarbeiter Produktentwicklung
  • Februar 2008 – April 2008: Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF) Mainz, Praktikum in der Programmplanung / Medienforschung
  • Juli 2007 – April 2008: Ullstein GmbH / Axel Springer AG , Freier Redakteur bei WELT ONLINE (World’s Luxury Guide)
  • April 2007 – Juli 2007: Ullstein GmbH / Axel Springer AG Berlin,
    Praktikum im Produktmanagement WELT ONLINE
  • Dezember 2004 – August 2006: City-Manager / Herausgeber, Studenta.de / Stadtflair

 

Mitarbeiter:

Dominique HeinbachDominique Heinbach, M. A.

  • Seit 2018 Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Jun.-Prof. Dr. Marc Ziegele, Institut für Sozialwissenschaften, Abteilung Kommunikations- und Medienwissenschaft, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.
  • 2014 – 2018 Redaktionelle Mitarbeit beim landespolitischen Magazins „Zur Sache Rheinland-Pfalz“ des SWR-Fernsehens.
  • 2017 – 2018 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Studienbüro Publizistik und Erasmuskoordinatorin am Institut für Publizistik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
  • 2012 – 2017 Masterstudium der Kommunikationswissenschaft an der Johannes Gutenberg Universität Mainz. Thema der Abschlussarbeit: Sleeper Effect from Below? Langfristige Effekte von Medium und Nutzerkommentaren auf die Überzeugungswirkung von Online-Nachrichtenartikeln.
  • 2013 – 2016 Mehrere Tätigkeiten als wissenschaftliche Hilfskraft für verschiedene Forschungsprojekte am Institut für Publizistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und am Seminar für Medien- und Kommunikationswissenschaft der Universität Erfurt. Unter anderem Betreuung von CATI-Interviews, Mitarbeit bei einer Inhaltsanalyse, Durchführung von qualitativen Interviews und Durchführung von verdeckten Feldbeobachtungen.
  • 2008 – 2013 Bachelorstudium der Publizistik (KF) und Filmwissenschaft (BF) an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Thema der Abschlussarbeit: Strategischer Einsatz von Social Media in Medienunternehmen. Eine qualitative Befragung Social-Media-Verantwortlicher in öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten.

 

Anke Stoll, M.A.

  • Seit 2018 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Deliberative Diskussionen im Social Web (DEDIS)“ bei Jun.-Prof. Dr. Marc Ziegele, Institut für Sozialwissenschaften, Abteilung Kommunikations- und Medienwissenschaft, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.
  • 2014 – 2018 Masterstudium der Kommunikationswissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Titel der Abschlussarbeit: Textklassifikation mit Machine Learning.
  • 2010 – 2014 Bachelorstudium Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig.

 

Verantwortliche Professur:

Prof. Dr. Gerhard Vowe
Universität Düsseldorf