Promotionstandem 6: Inzivilität in der politischen Online-Kommunikation: Typen, Ursachen, Wirkungen und Interventionen

Die Erwartungen an öffentliche Online-Debatten und die Realität klaffen zunehmend auseinander. Häufig wird politische Online-Kommunikation nicht zu einem fruchtbaren und respektvollen Austausch genutzt, vielmehr sind Diskussionen im Netz oft geprägt von Hetzparolen, Pöbeleien und Verleumdungen. Diese inzivilen Verhaltensweisen haben nicht nur Folgen für die unmittelbar Beteiligten, sondern schrecken viele Bürgerinnen und Bürger ab, sich an politischen Online-Debatten zu beteiligen. Inzivile Kommunikation in Online-Kontexten erweist sich so als drängendes Problem. Deshalb müssen Wege gefunden werden, um Inzivilität zu identifizieren und ihr zu begegnen. Das Forschungsvorhaben widmet sich deshalb der Leitfrage: Wie kann Inzivilität in politischen Diskussionen erkannt, erklärt und bewältigt werden? Ziele sind (1) eine empirisch basierte Typologie von Inzivilität, (2) ein empirisch getestetes Erklärungsmodell für kommunikativ-deviantes Verhalten und (3) ein abgestuftes, erprobtes Instrumentarium zur Intervention in verschiedenen Kontexten. In zwei miteinander verbundenen Promotionsprojekten wird die gemeinsame Leitfrage mit komplementären Ansätzen analysiert. Die kommunikationswissenschaftliche Promotion untersucht, welche Typen von inzivilem Verhalten festzustellen sind und welche Maßnahmen ziviles Verhalten fördern sowie inzivilem Verhalten entgegenwirken. Die medienpsychologische Promotion prüft Motive und Auswirkungen von inzivilem Verhalten. Dadurch entsteht ein interdisziplinär gewonnenes Gesamtbild von Inzivilität in der politischen Online-Kommunikation, aus dem sich Handlungsoptionen für eine zivilisierte Debattenkultur ergeben. Damit kann ein Beitrag dazu geleistet werden, die demokratischen Potentiale digitaler Kommunikation zu stärken.

Detailierte Informationen zum Projekt

 

Beteiligte

Promotionsbetreuende

Prof. Dr. Nicole Krämer, Principal Investigator 1:
Nicole Krämer ist seit 2007 Professorin für „Sozialpsychologie – Medien und Kommunikation“ kürzlich erweitert um „unter Einschluss von Genderperspektiven im Umgang mit neuen Technologien“. Nach Studium (1992-1997) und Promotion (1998-2001) an der Universität zu Köln verbrachte sie das akademische Jahr 2003/2004 an der Cambridge University, GB. Im Jahr 2006 erwarb sie an der Universität zu Köln die venia legendi für Psychologie. Sie leitet zahlreiche Drittmittelprojekte unterschiedlicher Förderer (DFG, BMBF, EU, Mercur Stiftung) in den Bereichen Mensch-Computer-Interaktion und Computervermittelte Kommunikation und ist Co-Sprecherin des DFG Graduiertenkollegs „User Centred Social Media“. Seit 2007 hat sie insgesamt 14 Promotionen erfolgreich betreut.

Prof. Dr. Gerhard Vowe, Principal Investigator 2:

Gerhard Vowe ist seit 2004 Professor für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Nach Studium (1971-1978) und Promotion (1979-1984) an der FU Berlin war er bis 1987 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Darmstadt tätig. Bis 1990 war er verantwortlich für die Durchführung des Projekts „Recherchefeld Wissenschaft“ und bis 1997 Geschäftsführer des Studiengangs „Journalisten-Weiterbildung“ an der FU Berlin. Im Jahr 1992 erwarb er an der TU Darmstadt die venia legendi für Politikwissenschaft.

 

Promovierende

Marike Bormann, Promovendin 1:

Marike Bormann absolvierte ihr Bachelorstudium der Sozialwissenschaften – Medien, Politik, Gesellschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Der Abschluss erfolgte im Jahr 2014 mit dem Bachelor of Arts (1,4). Von 2014 bis 2017 folgte das Masterstudium Kommunikationsmanagement an der Hochschule Hannover. Abschluss des Master of Arts (1,2) mit einer Masterarbeit zum Thema: „Der Einfluss medialer Kommunikation auf fremdenfeindliche Einstellungen. Eine Analyse von Framing-Effekten auf der Basis eines Online-Experiments.“ Seit 2017 arbeitet Marike Bormann als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Kommunikations- und Medienwissenschaft I der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

 

Jan-Philipp Kluck, Promovend 2:

Jan Philipp Kluck erlangte den Bachelor of Arts (2,5) der Angewandten Kognitions- und Medienwissenschaften im Jahr 2015. Im selben Jahr folgte das Masterstudium der Angewandten Kognitions- und Medienwissenschaften mit dem Schwerpunkt Psychologie. Momentan wird seine Masterarbeit mit dem Thema: „The Influence of Peer Cues on the Perception of Misleading Information on Social Media“ finalisiert. Seit 2017 ist Jan Philipp Kluck als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl „Sozialpsychologie – Medien und Kommunikation“ der Universität Duisburg-Essen angestellt.