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[:de]In Politik, Wirtschaft und Wissenschaft werden die Chancen und Gefahren einer Fragmentierung des Medienangebots und dessen Publikum intensiv diskutiert. Den zahlreichen Hoffnungen und Befürchtungen, die mit dieser Veränderung verbunden werden, steht eine eher magere empirische Befundlage gegenüber. In dem Forschungsvorhaben verfolgen zwei ineinander verzahnte Promotionen das Ziel, aus medienökonomischer und sozialwissenschaftlicher Perspektive den derzeitigen Stand und den Verlauf der Fragmentierung online zu ermitteln und zu erklären. In der publikumszentrierten Dissertation werden die Verläufe und Determinanten der Publikumsfragmentierung bestimmt. Dazu werden die Daten der umfassendsten Reichweitenerhebung online in Deutschland, die MA Internet, aufbereitet und für die wissenschaftliche Nutzung zur Verfügung gestellt. In der angebotszentrierten Dissertation wird die Fragmentierung des Medienangebots analysiert und auf ihre Markteffekte hin untersucht. Hierbei geht es insbesondere um den Einfluss neuer Werbeformen online sowie der Vermeidung von Werbung auf Fragmentierung und einer möglichen Konsolidierung des Medienmarktes online. In einem dritten Schritt werden die Befunde beider Dissertationen zu einem interdisziplinär gewonnenen Gesamtbild der Fragmentierungsprozesse online in Deutschland zu einer zuschauzentrierten Perspektive zusammengeführt. Daraus kann der Stand der Fragmentierung bestimmt werden und es können darauf aufbauend politische Gestaltungsoptionen für eine Stärkung der Demokratie abgeleitet werden. Beide Arbeiten basieren dabei auf den zu erschließenden Datensätzen der MA Internet.
Detailierte Informationen zum Projekt und zu den Projektbeteiligten[:]
AbstractThe digital society offers new possibilities for democratic participation as well as for disseminating manipulative content. Strategic agents are abusing the easy access to digitally generated publics to spread online propaganda, fake news, fear and hate speech. Such manipulative online content has been assumed to play a crucial role in radicalizing individuals, fostering social polarization, and weakening democracy per se. Even if the empirical evidence partly contradicts such dramatic expectations, the consequences of manipulative online communication should not be underestimated. In consequence, in order to support media recipients in dealing with manipulation attempts via online-media, it is necessary to promote users digital democratic resilience, their individual resistance against manipulative attempts and their ability to make autonomous decisions in virtual communication spheres. However, in order to implement effective tools empowering users and promoting digital democratic resilience, an in-depth understanding of the actors, target groups and impacts of the aforementioned phenomena is needed.
Approach DemoRESILdigital addresses this need. The research team will analyze the actors, dissemination and impact of online propaganda, fake news, fear- and hate speech on different target groups by means of an innovative integration of methods from social sciences, computer science, data science and experimental research on media effects. On this basis, this interdisciplinary junior research group formed by communication scientists and computer scientists will identify and implement suitable intervention and prevention measures to promote democratic resilience.
Grunwald, Armin, Prof. Dr. rer. nat., Studium von Physik, Mathematik und Philosophie. Promotion zum Dr. rer. nat an der Universität zu Köln 1987. Habilitation mit Venia legendi in der Philosophie 1998 an der Universität Marburg.
Berufstätigkeiten in der Industrie (Software Engineering, 1987-1991), im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (1991-1995) und als stellvertretender Direktor der Europäischen Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen (1996-1999). Seit 1999 Leiter des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Seit 2002 auch Leiter des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB). Seit 2007 auch Professor für Technikethik und Technikphilosophie am KIT.
Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) seit 2009,
Mitglied im Präsidium von acatech seit 2014. Mitglied des Science Committee des Future Earth International Programms der Nachhaltigkeitsforschung 2013-2016. Mitglied der Endlagerkommission des Deutschen Bundestages 2014-2016. Mitglied in der Ethik-Kommission für autonomes und vernetztes Fahren des Bundesverkehrsministeriums 2016/2017.
Arbeitsgebiete: Theorie und Methodik der Technikfolgenabschätzung, Technikphilosophie, Technikethik, nachhaltige Entwicklung.
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