Förderlinie Digitale Gesellschaft NRW

Der digitale Strukturwandel beeinflusst alle Gesellschafts- und Lebensbereiche. Er zeigt sich in neuen Wirtschaftsbranchen und Geschäftsmodellen, aber auch in der Art wie Menschen miteinander kommunizieren, lernen, arbeiten und miteinander leben. Die Transformationsprozesse, die sich aktuell in nahezu allen gesellschaftlichen Feldern vollziehen, verändern Strukturen in Wirtschaft, Politik, Öffentlichkeit und Familie und betreffen damit alle gesellschaftlichen Institutionen sowie den einzelnen Menschen in seinen gesamten sozialen Bezügen. Um den damit verbundenen Herausforderungen einer zunehmend digitalen Gesellschaft zu begegnen, hat die Landesregierung Nordrhein-Westfalen die Förderlinie „Digitale Gesellschaft“ initiiert. Diese umfasst die Einrichtung zweier Maßnahmen über eine Förderdauer von fünf Jahren (2017-2022):

(1) ein interdisziplinäres und standortübergreifendes Graduiertenkolleg sowie
(2) sechs Nachwuchsforschungsgruppen.

Sowohl im Graduiertenkolleg als auch in den Nachwuchsfroschungsgruppen wird die Digitalisierung der Gesellschaft multiperspektivisch  mit besonderem Fokus auf Fragen nach der Stärkung und Sicherung der Demokratie im Kontext der Digitalisierung der Gesellschaft erforscht.

Im Rahmen von sechs interdisziplinären Promotionstandems arbeiten jeweils zwei Promovierende an unterschiedlichen Hochschulen in NRW zu einem gemeinsamen Themenfeld. Die Nachwuchsforschungsgruppen setzen sich aus der Nachwuchsgruppenleitung (Post-Doc) und weiteren wissenschaftlichen Mitarbeitern zusammen. Dies stellt eine deutliche Stärkung des Wissenschaftsstandortes NRW dar. Beteiligte Standorte sind die Universität Bonn, die Universität Düsseldorf, die Universität Duisburg-Essen, die Universität zu Köln, Universität Münster, die Universität Bielefeld, die Hochschule Düsseldorf, die TH Köln, die Universität Paderborn, die FH Bielefeld, Universität Bochum und die RWTH Aachen.

In beiden Maßnahmen wird die Digitalisierung der Gesellschaft multiperspektivisch erforscht werden. Besonderer Fokus der Forschungsaktivitäten ist die Frage nach der Stärkung und Sicherung der Demokratie im Kontext der Digitalisierung der Gesellschaft.

Zur Vernetzung und wissenschaftlichen Koordination der Graduierten und der Nachwuchsgruppen hat die Abteilung Medienwissenschaft der Universität Bonn unter der Verantwortung von Frau Prof. Dr. Caja Thimm (Sprecherin) eine wissenschaftliche Koordinationsstelle eingerichtet. Geschäftsführer und Wissenschaftlicher Koordinator des Graduiertenkollegs und Ansprechpartner für die Intregration der Nachwuchsforschungsgruppen ist Herr Dr. Mario Anastasiadis.

 

Qualifizierungsprogramm des Graduiertenkollegs Digitale Gesellschaft NRW

Ziele und Aufbau des Qualifizierungsprogramms

Ausgangspunkt des auf fünf Jahre ausgelegten Qualifizierungsprogramms Digitale Gesellschaft NRW sind die sechs standortübergreifenden Promotionstandems mit je zwei Promovierenden. Der thematische Fokus der Förderlinie Digitale Gesellschaft NRW –  die Frage nach „Stärkung und Sicherung der Demokratie in der digitalen Gesellschaft“ – ist im Qualifizierungsprogramm von besonderer Bedeutung, und schlägt sich in der Organisation und inhaltlichen Ausgestaltung nieder. Im Rahmen des Qualifizierungsprogramms stehen insbesondere die folgenden Ziele im Zentrum:

  • Schaffung eines Umfelds, das die Graduierten bestmöglich unterstützt
  • interdisziplinärer Wissens- und Expertisetransfer über die gesamte Förderdauer
  • Transdisziplinarität durch die Integration von Praxispartnern
  • Zusammenarbeit und Vernetzung mit Kooperationspartnern
  • Unterstützung der nationalen und internationalen Sichtbarkeit der Forschung
  • Einbindung der Expertise der beteiligten Standorte und Personen

Das Qualifizierungsprogramm ist in sechs Module unterteilt: M1 Research Retreats, M2 Fokus-Workshops, M3 Summer Schools, M4 Tagungen, M5 Publikationen sowie M6 Schlüsselqualifikationen. Die Organisation aller Modulveranstaltungen erfolgt durch die Koordinationsstelle in Bonn in enger Abstimmung mit den Projektbeteiligten.

 

Modulbeschreibung

Modul 1: Research Retreats

Im Verlauf der Gesamtförderzeit werden fünf Research Retreats durchgeführt, bei denen die Doktorandinnen und Doktoranden des Graduiertenkollegs NRW Digitale Gesellschaft zusammen mit ihren Betreuerinnen und Betreuern tagen. Das Retreat ist auf zwei bis drei Tage angelegt und setzt einen intensiven Fokus auf die Promotionsprojekte. Unter anderem halten alle Promovierenden Übersichtsvorträge zum Fortschritt ihrer Promotion und bekommen dazu direktes Feedback und Coaching. Damit wird die Möglichkeit zur intensiven Diskussion und Vernetzung gegeben. Zudem werden Expertinnen und Experten aus anderen Fächern eingeladen, um intensive Impulse einzubringen. Hier werden auch die Nachwuchsgruppenleiterinnen und -leiter sowie deren Promovierende aus der zweiten Förderlinie eingebunden.

 

Modul 2: Fokus-Workshops

Die eintägigen Fokus-Workshops finden zwei bis drei Mal pro Jahr statt und thematisieren aktuelle Forschungsthemen und -probleme, die für das Graduiertenkolleg und die gesamte Förderlinie von Bedeutung sind. Die Inhalte der Workshops werden im Rahmen einer kontinuierlichen Bedarfserhebung passgenau auf die Bedürfnisse der Beteiligten abgestimmt. Als Sprecherinnen und Sprecher werden Experten aus Wissenschaft sowie Fachleute aus Praxis und Zivilgesellschaft eingeladen, sodass ein wechselseitiges und interdisziplinäres Verständnis für die Methoden und Theorien der Beteiligten sowie weiterer Disziplinen geschaffen wird. Die Workshops haben auch zum Ziel, mögliche Implikationen der Forschung für die praktische Politik, für politische Institutionen oder medienpädagogische Belange zu erarbeiten, um so die gesellschaftspolitischen und praxisbezogenen Aspekte der Projekte sichtbar zu machen.

 

Modul 3: Summer Schools

In den Jahren 2018, 2019 und 2020 wird jeweils eine mehrtägige Summer School als hoch verdichtete Expertisewoche stattfinden, zu denen auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Fachleute aus Praxis, Politik und Zivilgesellschaft eingeladen werden. Punktuell wird dabei auch die Vermittlung von für die Promovierenden geeigneten Schlüsselqualifikationen berücksichtigt werden. Während die Summer School 2018 an der Universität Bonn stattgefunden hat, wird sie im Folgejahr 2019 an der Universität Duisburg-Essen und im Jahr 2020 an einem weiteren der beteiligten Standorte stattfinden. Um die Internationalisierung der Forschung zu unterstützen, wird die Summer School im Jahr 2019 englischsprachig und international ausgerichtet sein.

Zusätzlich werden die Summer Schools ausgeschrieben und so um ausgewählte externe Teilnehmende ergänzt. Adressiert werden unter anderem Promovierende aus NRW, deren Dissertationen einen engen thematischen Bezug zum Fokus der Summer School aufweisen.

 

Modul 4: Tagungen

Für die Gesamtförderzeit ist die Durchführung von zwei Tagungen geplant, die sowohl der Vernetzung mit dem nationalen und internationalen wissenschaftlichen Umfeld als auch der internen Professionalisierung dienen. Da das Jahr 2018 vor allem der inhaltlichen Konstituierung der Forschungsprojekte dient, wird die erste Tagung (Thema „Digitale Gesellschaft und digitale Zukunft“) im Herbst 2019 stattfinden. Die zweite Tagung ist für 2022 vorgesehen und wird als internationale Abschlusstagung geplant, bei der vor allem die Ergebnisse der Dissertationen sowie der Forschung in den Nachwuchsforschungsgruppen im Fokus stehen. Die Tagungen werden durch die Koordinationsstelle sowie die Promovierende organisiert und realisiert. Die gemeinsame Planung und Durchführung wissenschaftlicher Tagungen ist ein integraler Bestandteil des Qualifizierungskonzepts und dient der wissenschaftlichen Professionalisierung, weshalb die Promovierenden eng in alle Planungs- und Durchführungsschritte einbezogen werden (Erstellung eines Call for Papers, Review- und Auswahlverfahren, Planung, Durchführung, Evaluation etc.).

 

Modul 5: Publikationen

Ein Ziel der Förderlinie ist es, dass die Promovierenden nicht erst mit Abschluss ihrer Arbeiten wissenschaftlich publizieren. Ausgewählte Ergebnisse werden daher bereits während der Laufzeit des Graduiertenkollegs veröffentlicht und auf der Website unter Publikationen sukzessiv dokumentiert. Zudem dient das frühzeitige Publizieren sowohl auf deutsch als auch in anderen Sprachen der nationalen und internationalen Sichtbarkeit, weshalb dies ausdrücklich gefördert wird. Das Modul umfasst daher die finanzielle Unterstützung für Proof Reading, Lektorat und Übersetzungen von fremd- bzw. englischsprachigen Zeitschriftenartikeln.

 

Modul 6: Schlüsselqualifikationen

Modul 6 richtet sich stärker an die Nachwuchsgruppenleitungen und sieht den Erwerb von Schlüsselqualifikationen vor. Dazu zählen etwa Teamfähigkeit, Projektmanagement, Bewerbungstraining, Führungskompetenzen, Gleichstellungsfragen und Hochschuldidaktik. In den Teilbereichen, die auch für die Promovenden des Graduiertenkollegs sinnvoll erscheinen, wird das Modul geöffnet.

 

Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich bitte jederzeit an die Koordinationsstelle:

Dr. Mario Anastasiadis (Wissenschaftlicher Koordinator); Universität Bonn; Institut für Sprach-, Medien- und Musikwissenschaft; Abteilung Medienwissenschaft; Tel. 0228/73-5637; E-Mail: anastasiadis@uni-bonn.de